Ein speziell ausgerüstetes Messflugzeug führt in den Nachtstunden bis voraussichtlich Ende Mai Vermessungsflüge über Teilen Südhessens durch. Die Datenerhebungen finden zwischen 23 Uhr und 5 Uhr statt und betreffen unter anderem die Region Hanau sowie das Gebiet von Bad Nauheim bis Lampertheim. Ziel ist die detaillierte Erfassung geologischer Strukturen im Oberrheingraben im Rahmen des Projekts GeoProH.
Zielsetzung des Forschungsprojekts
GeoProH war nach Angaben der Projektträger am 15. Dezember 2025 gestartet und wird nun fortgesetzt. Untersucht werden natürliche Störungszonen und andere Strukturen im Untergrund, um die geologische Lage präziser zu beschreiben. Die Erkenntnisse sollen als Grundlage für die Planung von Projekten zur Nutzung erneuerbarer Energien dienen und werden auch für Vorhaben zur klimaneutralen Gewinnung von Lithium genannt.
Technik und Ablauf der Messflüge
Für die Untersuchungen kommt ein zweimotoriges Messflugzeug zum Einsatz, das das Untersuchungsgebiet in einem engmaschigen Raster abfliegt. Die Flüge erfolgen in einer Flughöhe von etwa 300 bis 1000 Metern über Gelände und mit einem Abstand der Fluglinien von rund 500 Metern. Jede Fluglinie wird demnach nur einmal beflogen.
Aufgenommen werden laut Projektteam ausschließlich passive Messungen des Erdschwere- und Magnetfeldes. Diese Verfahren erzeugen nach Angaben der Verantwortlichen keine Strahlung und haben keine Auswirkungen auf Menschen, Tiere oder die Umwelt. Die nächtlichen Zeitfenster seien wegen des regulären Flugbetriebs am Frankfurter Flughafen erforderlich.
Regionale Auswirkungen und Information für Bürger
In Einzelfällen kann das Flugzeug in den Nachtstunden als leises Brummen wahrgenommen werden. Da jede Linie nur einmal abgeflogen wird, sind mögliche Beeinträchtigungen zeitlich begrenzt. Nach einer witterungsbedingten Unterbrechung wurden die Messflüge laut Mitteilung am Montag wieder aufgenommen.
Die Stadt Hanau hat die Bevölkerung um Verständnis für die Untersuchungen gebeten und darauf verwiesen, dass die Ergebnisse einen Beitrag zur nachhaltigen Energieplanung leisten sollen. Weitere Informationen zum Projekt und aktuelle Hinweise zum Fortgang der Befliegungen sind nach Angaben der Projektpartner auf deren Internetseiten verfügbar, unter anderem bei Vulcan Energy, Natürlich Hessen und der LandesAgentur Hessen GmbH.
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