Das Klinikum Hanau bekommt 1.576.452 Euro für den Ausbau seiner digitalen Infrastruktur. Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz übergab den Förderbescheid. Die Mittel stammen aus einem Strukturfonds und werden je zur Hälfte vom Land Hessen und vom Bund getragen. Ziel der Förderung ist, Krankenhausprozesse besser gegen Cyberangriffe und technische Ausfälle zu schützen.
Geplante technische Maßnahmen
Mit dem Geld will das Klinikum unter anderem ein neues Rechenzentrum mit zwei räumlich getrennten Serverstandorten errichten. Außerdem sind eine stärkere Segmentierung der Netzwerke und moderne Systeme zur frühzeitigen Erkennung von Sicherheitsvorfällen vorgesehen. Durch redundante Strukturen und klar getrennte Netzwerkbereiche sollen Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der digitalen Systeme erhöht werden, um Störungen im Betrieb zu reduzieren.
IT-Sicherheit als Teil der Versorgung
Die Leitung des Klinikums betont, dass digitale Systeme heute zentrale Abläufe wie Aufnahme, Diagnostik, Dokumentation und vernetzte Medizintechnik steuern. In dieser Perspektive ist IT-Sicherheit direkt mit Patientensicherheit verknüpft. Der Geschäftsführer des Klinikums, Stefan Gröger, bringt es auf den Punkt: Ein modernes Krankenhaus sei ohne leistungsfähige digitale Systeme nicht mehr denkbar, weshalb die Verantwortung bestehe, diese Systeme zuverlässig zu schützen.
Einbettung in den sektoralen Kontext
Die Förderung kommt in eine Phase, in der Krankenhäuser deutschlandweit mit strukturellen Veränderungen zu kämpfen haben. Krankenhausreform, zunehmende Ambulantisierung, Fachkräftemangel und schärfere regulatorische Anforderungen erhöhen den Druck auf Kliniken, gleichzeitig geraten viele Häuser wirtschaftlich unter Druck. Vor diesem Hintergrund schafft die Zuwendung finanzielle Spielräume, um notwendige Modernisierungen der IT-Infrastruktur trotz angespannter Budgets voranzutreiben.
Nach Angaben des Klinikums soll das Projekt die Grundlage dafür legen, neue digitale Anwendungen künftig sicher in die Versorgung zu integrieren und so die Resilienz gegen Cybervorfälle langfristig zu erhöhen.
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