Stadt Hanau, Main-Kinzig-Kreis, das Staatliche Schulamt und die Jüdische Gemeinde Hanau haben eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbart, mit dem Ziel, Schulen in der Region bei der Prävention und Intervention gegen Antisemitismus zu unterstützen. Die Kooperation folgt auch auf die Erfahrungen nach dem rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020 und richtet sich an Lehrkräfte, pädagogisches Personal sowie betroffene Schülerinnen und Schüler.
Hintergrund und Zielsetzung
Die Partner sehen die Vereinbarung als Antwort auf wachsende Herausforderungen an Schulen. Sie betonen, dass demokratische Bildung, historisches Bewusstsein und respektvolles Zusammenleben zentrale Aufgaben der Schulen sind. Vor diesem Hintergrund soll die Kooperation Antisemitismus als Teil gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sichtbarer machen und konkrete Handlungsoptionen bereitstellen.
Konkrete Maßnahmen für Schulen
Das Unterstützungsangebot umfasst Fortbildungen, Beratungsleistungen und Unterrichtsmaterialien, die freiwillig und bedarfsorientiert zur Verfügung gestellt werden. Im Mittelpunkt stehen die Sensibilisierung von Lehrkräften und pädagogischem Personal, die Stärkung jüdischer Perspektiven im Schulalltag und der Schutz potenziell Betroffener. Ziel ist es, antisemitische Äußerungen und Vorfälle frühzeitig zu erkennen und mit fachlicher Kompetenz anzugehen.
Rollen der Beteiligten
Die Stadt Hanau bringt Erfahrungen in Demokratiebildung, Prävention und Erinnerungskultur ein. Der Main-Kinzig-Kreis stellt regionale Vernetzungs- und Präventionsstrukturen bereit. Das Staatliche Schulamt übernimmt Koordination und fachliche Beratung im schulischen Kontext. Die Jüdische Gemeinde ergänzt die Zusammenarbeit durch religiöse, kulturelle und fachliche Expertise zu jüdischem Leben und Erscheinungsformen von Antisemitismus.
Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt
Die Vereinbarung ist unbefristet und wird von den Partnern als langfristiger Baustein im Engagement für eine offene und respektvolle Gesellschaft bezeichnet. Sie soll Schulen in der Region dauerhaft unterstützen, demokratische Werte zu leben und jüdisches Leben sichtbarer zu machen, um Hass und Ausgrenzung entgegenzutreten.
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